Geschichte
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Aus der Geschichte von Bennhausen
Text: Reinhold Huy


Der Ort Bennhausen wird erstmals 1252 erwähnt, als ein "Conrad de Benninhusen" bei einer Schenkung der Bolander an das Kloster Otterberg als Zeuge auftritt.

Bennhausen, schon als Reichslehen in Besitz der Herren von Bolanden, später der Herren von Tannenfels gehörig gewesen, wurde 1376 mit Stammburg Neubolanden aus Bolandischen Besitz an die Kurpfalz abgetreten und mit dem Pfalz-Simmerischen Amt Bolanden vereinigt. Seitdem bestand zwischen den Grafen von Nassau-Saarbrücken und Weilburg und Pfalz-Simmern Streit, da das Dorf sowohl in den Kirchheimer (Nassauischen) und Pfälzischen (Bolandischen) Amtsbeschreibungen als Zubehör erwähnt wird. Durch den Vertrag von 1706 ging nach dem Denombrement (Lehensverzeichnis) der Herrschaft 1683 um 1688 ganz verlassene Dorf, samt dem pfälzischen Hof in unbestrittenes Eigentum der Grafen von Nassau-Weilburg zu deren überrheinischen Herrschaft Kirchheim über. 1356 übergaben Dechant und Kapitel zu Zell dem Grafen Heinrich 2. von Spohnheim und dessen Erbe das Patronatsrecht. 1357 stiftete der Graf eine ewige Messe. Von der Kirche ist nichts erhalten, wahrscheinlich wurde sie schon im 17. Jahrhundert zerstört. Wie das Patronatsrecht von Zell erworben wurde, ist nicht bekannt.

Wie das Denombrement (Lehensverzeichnis) der Herrschaft Kirchheim berichtet, war Bennhausen zur Zeit der französischen Reunion (1680) völlig öde und unbewohnt und wurde nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg als Ganzes an einen Hofmann vergeben. Im Rahmen der merkantilistischen Peuplierungspolitik sollte Bennhausen jedoch wieder eine Ortschaft werden, und so erging 1707 die Bekanntmachung:

"dass die Jenige so ... sich häußlich nieder zu lassen und zu bauen gemeinet wären, bey Amt allhier sich angeben und weiteren Bericht einholen könnten. Worauf dann vorgestern zwey Mann als einer aus dem Usingischen lutherischer und einer aus dem Pfältzischen reformierter, maßen wir nicht siensam erachten Catholische dahin zu ziehen, sich angeben, auff den hoff bennhaußen bawen, vorhero aber ... die conditions ...wissen wolle." Konkrete Bedingungen wurden daraufhin genannt, die von folgenden Personen akzeptiert wurden: Christophel Hofmann, Johannes Görlitz, Baltzer Seipp, Nicolaus Leib, Johann Jost Will und Baltzer Ruppert.

In die neu geschaffene Flureinteilung, die wir dank eines Planes von 1716 rekonstruieren können, wurden zwei der sechs Besitzstände eingetragen, und zwar für Baltzer Seipp und für Baltzer Ruppert. Die Flureinteilung zeigt eine kleingliedrige, vorwiegend schmalstreifig parzellierte Kurzgewannflur, die wir wegen der regelmäßigen Aufteilung als Plangewannflur bezeichnen können.

Die durchschnittliche Parzellengröße der 375 ½ Morgen umfassenden "Gemein Bennhausen" beträgt 1,04 Morgen, die des Ackerlandes allein liegt ungefähr bei 1,35 Morgen, also nicht viel höher als der Durchschnittswert des Dannenfelser Eigenlandes von 1717. Was dort jedoch vieler Jahrzehnte, ja Jahrhunderte bedurfte, wurde hier durch Lineal des Feldmessers erreicht, wahrscheinlich aber nur nachholend. Denn ohne die Verwüstung wäre in Bennhausen sicher ein ähnlicher Parzellierungsgrad gezeitigt worden wie in der Nachbargemarkung Dannenfels.

Mit der planmäßigen Aufteilung ist die Bennhauser Flur jedoch nicht erstarrt, sondern die Entwicklung ging weiter. Das Ödland wurde wieder ganz unter Kultur genommen, die Zinsabgaben stiegen und 1752 ist bereits von dem "angerotteten so genannten Nonnen Wäldgen" (18 ½ Morgen) die Rede, das jedoch auf Kosten des weiter südlich gelegenen Klosterwäldchens (25 ½ Morgen) nicht gänzlich ausgerottet wurde. Durch diese relativ geringfügige Zuordnung konnte die weitere Parzellierung nicht aufgehalten werden. Die Zahl der Grundstücke stieg von 362 (1716) auf 632 (1842), was zur Folge hatte, dass das alte Parzellenbild verwischt wurde und sich der Liquidationsplan von Bennhausen von anderen höchstens noch dadurch unterscheidet, dass seine Gewanngrenzen meist grad- und rechtwinklig verlaufen.