Marnheim
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Gemeinde Marnheim

Auch hier haben wir den Überblick am besten von oben - vom Hang des Hungerbergs. Marnheim ist der südlichste Ort der Verbandsgemeinde. Vorn die langersehnte Umgehungsstraße, die von Ahornbäumchen flankiert wird. Alle Siedlungsteile von Grün umgeben, der Kern mit roten Dächern. Dahinter die Pfrimm, die sich baumbestanden durch die Gemarkung schlängelt. Neubaugebiete an drei Seiten. Aus der Ferne schauen Göllheim und Dreisen ein bisschen herüber. Als Horizont fungiert der Göllheimer Wald.
Marnheim, früher einmal Mawenheim, im Volksmund "Maarem", ist schon gut 1200 Jahre bezeugt, aber wahrscheinlich als Siedlungsgegend noch viel betagter; Funde deuten darauf hin. Im Mittelalter gehörte es längere Zeit zu Bolanden, später zur Kurpfalz, schließlich, im 18. Jahrhundert, zu Nassau-Weilburg, also Kirchheimbolanden.
Die Wirtschaft "Zum Kaisertisch" erinnert daran, daß es in Marnheim war, wo im Zusammenhang mit den Revolutionskämpfen von 1849 der Prinz von Preußen, der spätere Kaiser Wilhelm I., seine völkerrechtlich umstrittene "Erklärung der Rheinpfalz in den Kriegszustand" an einem gewissen Tisch unterzeichnete. Dieses historische Möbelstück kann man im Heimatmuseum in Kirchheimbolanden betrachten.

Brückenstumpf
Hier sehen wir den markanten Rest der früheren Bahnbrücke über die Pfrimm. Oben dampfte die Bahn von Mainz nach Kaiserslautern, unten führte durch den mittleren Brückenbogen die Straße. Jetzt ist alles anders. Das Viadukt, 260 Meter lang und an 30 Meter hoch, wurde 1945 von zurückweichenden deutschen Truppen gesprengt. Die B 47 nach Worms zieht ihre Kurve inzwischen weiter nördlich, wo früher der Bahndamm in die Landschaft ragte.
Am Brückenstumpf, aus Sandstein gestaltet und mit vielen Verzierungen versehen, kann man noch das Geburtsjahr lesen: 1874. Auch als Teilstück ist das Bauwerk formschön. Es signalisiert den Anfang des lieblichen Zellertals, aus dem im Hintergrund Einselthum und Zell samt ihren Weinlagen herübergrüßen.

Turm und Kirche
Der Turm ist ohne Kirche, und die Kirche ist ohne Turm. Ein bisschen verwirrend. Früher hatte der Turm durchaus eine Kirche neben sich, die ehemalige Pfarrkirche aus dem Mittelalter. Sie diente seit dem 16. Jahrhundert den Reformierten, wurde im vorigen Jahrhundert baufällig und brannte vor etwa 100 Jahren ab. Nur der Turm blieb übrig.
Er ist nun das charakteristische Bauwerk im Dorf. Man sieht ihn von weitem, findet ihn aber schlecht, weil er sich zwischen Gebäuden in dem idyllischen Schulhof versteckt hält. Er ist etwa 500 Jahre alt, trägt oben einen Rundbogenfries wie einen Kragen und hat einen spitzen Helm auf.
Die Kirche ohne Turm ist rund 250 Jahre alt und diente ursprünglich der "lutherischen Gemeint dahier", wie über der Tür steht. Sie hat nur einen Dachreiter, der um so weniger auffällt, als die Kirche sehr klein ist. Sie dient heute der evangelischen Gemeinde.
Andere Dinge sind in Marnheim weniger kompliziert. So finden wir den Turm in der Turmstraße, die Sackgasse ist eine Sackgasse, und die Kirche steht in der Kirchstraße. Diese Straße und die Gerberstraße sind mit moderner Pflasterung vorzüglich ausgebaut worden.