Mörsfeld
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Gemeinde Mörsfeld

Auch hier finden wir einen Ort vor, der sich zum Schutz in ein kleines Tal hineingearbeitet hat. Diesmal ist es der Schindelbach, der die Besiedlung gestattet. Von vielen Punkten aus, rund ums Dorf, sind tatsächlich nur die beiden Kirchtürme zu erblicken. Mörsfeld verschwindet dann regelrecht im Getreide.
Der ständige Begleiter im Hintergrund ist der Wald, rheinhessischer Wald wohlgemerkt. Denn das Dorf als nördlichste Gemeinde ragt wie ein Sporn in den Landkreis Alzey-Worms hinein. Viele seiner Nachbarn sind Rheinhessen, so Tiefenthal, Stein-Bockenheim, Wendelsheim und Niederwiesen.
Der Namensgeber des Ortes könnte ein Siedler namens Moro gewesen sein. Auch hier waren zunächst die Raugrafen als Herrschaft zuständig, seit dem 15. Jahrhundert dann die Kurpfalz. In diese Zeit fällt die Verwüstung des Dorfes im Bauernkrieg.
Die evangelische Kirche mit dem spitzen Turm stammt aus dem 18. Jahrhundert. Sie liegt "unten" im Dorf, erreichbar über einen lindengeschmückten Treppenaufgang. Die verhältnismäßig junge katholische Kirche, 1910 entstanden, steht vorsichtshalber deutlich erhöht an der Stein-Bockenheimer Straße. Diese Vorsorge ist berechtigt, denn ihre Vorgängerin wurde vor neunzig Jahren bei einem Unwetter von den Wassermassen, die sich durchs Dorf wälzten, regelrecht hinweggeschwemmt.

Ländliche Idylle
Einen nostalgischen Anblick voller Gemütlichkeit haben wir vor uns. Wenn der Heuwender auch nicht mehr seiner Tätigkeit nachgeht, so verleiht er der Szene noch viel Flair. Auch ist alles aufgeboten, was dem Wanderer durch eine sommerliche Landschaft gefallen kann: bewegtes Gelände, das Grün der Bäume und der Wiese, das Rot der Dächer, das Gelb der Felder. Und darüber ein blauer Himmel. Der Baum links ist eine ganz seltene Sorte: ein Speierling, der unter Naturschutz steht.
Der Waldrand oben begleitet die Felder des Dorfes kilometerlang. Von dort geht die Sicht weit in die Ferne. Zum Ort gehört auch das Hofgut "Pfalzblick", das seinem Namen wirklich alle Ehre macht.

Mörsfeld, Fachwerk und Brunnen
Ein kühner Maler könnte sich ausgedacht haben, dass die Bäume und das Dach als Farbflächen in Bewegung sind, während das Fachwerk als Hauptmotiv ruhig in der Mitte steht. Der Künstler ist in diesem Falle der Warnspiegel.
Der Brunnen an der Bushaltestelle belebt die Szene.

Daimbacherhof
Eine kleine Siedlung mit großer Vergangenheit. Denn hier, nahe bei Mörsfeld, gab es ein Zisterzienserkloster, von dem allerdings außer winzigen Überresten nicht geblieben ist. Es wurde im 13. Jahrhundert gegründet und fand sein Ende durch die Verwüstungen im Bauernkrieg und den anschließenden Verfall.
Dicht dabei die reichen Quecksilbergruben, die mehr als 500 Jahre lang ausgebeutet wurden. Der 30jährige Krieg unterbrach die Gewinnung, die seit dem Mittelalter betrieben wurde. Die Werkzeuge ruhen nun schon seit mehr als hundert Jahren. Bis zu 17 Gruben waren in Betrieb, und an die 200 Menschen arbeiteten in ihnen.